Von Asmara über Stuttgart nach Köln
Geboren wurde ich in Asmara, Eritrea, und kam als Kind gemeinsam mit meiner Familie als Kriegsflüchtling nach Deutschland — nach Esslingen, einer kleinen Stadt nahe Stuttgart. Eine neue Welt, eine neue Sprache, ein neues Leben.
Nach meinem Abitur begann ich 1995 eine Ausbildung zum Fotografen. 2002 zog ich aus Neugier und mit einem Koffer voller Mut nach Köln — für ein Praktikum in einer Medienagentur im Rahmen meiner Ausbildung zum Mediengestalter, die ich im Jahr 2000 begonnen hatte. Ich blieb. Nicht, weil ich musste, sondern weil Köln mich hielt. Mittlerweile ist Köln mein Zuhause geworden — der Ort, an dem ich als Fotograf arbeite.
In meiner eritreischen Kultur gilt ein Gast als etwas Heiliges. Er wird empfangen, gewärmt und geehrt. Dieses Gefühl bringe ich in jede Begegnung mit meinen Kundinnen und Kunden mit. Wer zu mir kommt, ist kein Auftraggeber — er ist ein Gast. Willkommen. Wertvoll. Gesehen.
Seit über 35 Jahren bin ich DJ — ich habe gelernt, Menschen zu lesen. Ihre Energie zu spüren, bevor sie ein Wort sagen. Diese Fähigkeit nehme ich mit in jedes Shooting. Ich beobachte. Ich fühle. Ich warte auf den Moment, in dem sich jemand öffnet.
Denn das ist mein eigentliches Ziel: Dass du nach unserem Shooting nicht nur schöne Bilder von dir hast — sondern dass du dich selbst ein bisschen klarer siehst. Geerdet. Verbunden mit dir.
Ich fotografiere keine Gesichter.
Ich fotografiere Persönlichkeit.

